Ein Domain-Umzug ohne saubere Vorbereitung kostet dich Sichtbarkeit. Und Googles verschärfte Anforderungen machen das Risiko größer als früher. Konkret hat Google die Anleitung für Domain-Migrationen erweitert. Wer den Umzug aber strukturiert angeht, hat danach eine Website, die technisch sauber, datenschutzkonform und zukunftssicher ist. Ich zeige dir, was das im Detail bedeutet, und warum eine Migration der beste Moment ist, gleich rechtlich mit aufzuräumen.
Was Google an Domain-Migrationen jetzt strenger sieht
Die zentrale Neuerung betrifft die Adressänderung in der Google Search Console (Change of Address). Bisher haben viele nur die Hauptvariante ihrer Domain gemeldet. Google macht jetzt deutlich: Das reicht nicht.
Beim Umzug musst du die Adressänderung für alle Varianten der alten Domain einreichen. Das heißt:
- Die www-Version und die non-www-Version deiner Domain.
- Alle Subdomains, also zum Beispiel auch ein
en.deine-domain.deoder ein altesshop.deine-domain.de. - Selbst Varianten, die du gar nicht mehr aktiv nutzt.
Der Grund dahinter: Verlinkungen aus dem Netz können dazu führen, dass Google andere Domain-Varianten crawlt, an die du beim Umzug gar nicht gedacht hast. Übersiehst du eine, kann das deine Suchleistung stören. Google hat das am 17. Juni 2026 in seiner Hilfe zum Adressänderungs-Tool ergänzt und fasst es so zusammen: Eine Migration funktioniert am besten, wenn alle Varianten einer Seite sauber mit umziehen.
Praktisch heißt das: Bevor du irgendetwas einreichst, müssen alle diese Varianten in der Search Console verifiziert sein. Erst dann kannst du die Adressänderung sauber durchziehen.
Wann das Change-of-Address-Tool NICHT der richtige Weg ist
Genauso wichtig: Google nennt vier Fälle, in denen du das Adressänderungs-Tool gerade nicht verwenden sollst, weil es schlicht nicht dafür gedacht ist.
- Beim reinen Umzug von HTTP auf HTTPS.
- Wenn du nur deine Kategorie-URLs umbaust, die Domain aber bleibt.
- Beim alleinigen Wechsel zwischen www und non-www.
- Bei einem Host- oder CDN-Wechsel, bei dem die URLs identisch bleiben.
Wer das verwechselt, erzeugt unnötige Verwirrung bei Google. Das Tool ist für den echten Wechsel der Domain reserviert, nicht für jede technische Umstellung.
Mehr als 301-Weiterleitungen: Was Google wirklich bewertet
Weiterleitungen sind das Minimum, nicht das Ziel. Googles Fokus liegt auf der gesamten Nutzererfahrung der neuen Domain. Diese vier Punkte gehören für mich genauso zur Pflicht.
Technische Basis: Performance und Core Web Vitals
Deine neue Domain sollte von Anfang an schnell laden und die Core Web Vitals erfüllen. Ein Lighthouse-Check direkt nach dem Umzug zeigt dir, wo du stehst, und gibt dir eine klare Prioritätenliste. Mehr dazu, warum das so wichtig ist, steht im Beitrag zu Core Web Vitals und Website-Geschwindigkeit.
Strukturierte Daten (Schema.org)
Das ist die Sprache, die Google und KI-Systeme nutzen, um deine Inhalte zu verstehen. Stelle sicher, dass alle strukturierten Daten auf der neuen Domain korrekt eingebunden sind. Sonst verlierst du nicht nur Google-Ranking, sondern auch Sichtbarkeit in der KI-Suche. Wer schon jetzt darum kämpft, bei ChatGPT und Co. gefunden zu werden, macht das Problem mit einem schlampigen Umzug nur größer. Ob deine Firma dort überhaupt auftaucht, kannst du selbst testen: Wird meine Firma in ChatGPT gefunden?
Mobile-First und Barrierefreiheit
Beides ist kein Nice-to-have. Mobile-Tauglichkeit ist Rankingfaktor, und Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 Level AA ist für bestimmte Dienste durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gesetzlich gefordert. Dazu gleich mehr. Ein guter kostenloser Selbsttest für die Barrierefreiheit ist das WAVE Evaluation Tool, mit dem du direkt nach dem Umzug die gröbsten Fehler siehst.
Sicherheit: HTTPS und Security Header
Eine Migration ohne HTTPS und korrekte Security Header ist kein Neustart, sondern ein Rückschritt. Beides ist Pflicht für Vertrauen und Ranking, und beides lässt sich beim Umzug ohne Mehraufwand richtig setzen.
Die Compliance-Chance: Migration als Audit für DSGVO und BFSG
Du fasst ohnehin die ganze Technik an. Das ist der perfekte Moment, um auch rechtlich auf Stand zu kommen. Bei meiner eigenen Website habe ich diese Punkte von Anfang an mitgedacht.
DSGVO-Check
- Ist die Cookie-Einwilligung für nicht-essenzielle Cookies korrekt umgesetzt? Das bedeutet: aktive, vorherige Einwilligung, kein vorausgewähltes Häkchen. Welche Cookies überhaupt eine Einwilligung brauchen, klärt der Beitrag Dein Cookie-Banner ist gar nicht Pflicht.
- Laufen noch unnötige Drittanbieter-Embeds oder Tracking-Skripte mit? Die Migration ist der richtige Moment, sie zu streichen.
- Liegt dein Hosting in Deutschland? Das ist einer der Punkte, auf den ich bei meiner eigenen Website geachtet habe.
BFSG-Check für deine neue Domain
Das BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte B2C-Dienstleistungen, etwa Online-Shops oder Online-Terminbuchung mit Vertragsabschluss.
Kleinstunternehmen sind ausgenommen, aber nur unter bestimmten Bedingungen: weniger als 10 Beschäftigte UND maximal 2 Mio. Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Für Produkte (im Gegensatz zu Dienstleistungen) gilt diese Ausnahme nicht. Maßgeblich ist der Gesetzeswortlaut, nachzulesen unter anderem auf bfsg-gesetz.de.
Prüfe im Einzelfall, ob deine konkreten Funktionen unter das BFSG fallen. Besonders bei Online-Terminbuchungen kommt es darauf an, ob dabei ein Vertrag geschlossen wird oder nicht. Die technischen Anforderungen sind die WCAG 2.1 Level AA, und die kannst du direkt in die Migration einplanen, statt sie später nachzurüsten. Ob und ab wann du betroffen bist, ordnet der Beitrag BFSG: Ab wann bist du betroffen? ein.
Kurzer Hinweis: Das ist meine Einordnung aus der Praxis, kein Rechtsrat. Im Zweifel klärst du die konkrete Betroffenheit mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Wer die Migration sauber macht, hat danach weniger Abmahn-Risiko, nicht mehr.
Dein Fahrplan: Schritt für Schritt durch die Migration
Vor dem Umzug
- Crawle die alte Seite vollständig und dokumentiere alle URLs.
- Erstelle eine detaillierte Weiterleitungs-Liste: jede alte URL wird einer passenden neuen URL zugeordnet.
- Verifiziere alle Domain-Varianten (www, non-www und Subdomains) in der Search Console, bevor du etwas einreichst.
- Sichere alle Daten und Inhalte, bevor irgendetwas angefasst wird.
Technische Umsetzung
- Richte die 301-Weiterleitungen direkt im Webserver ein, nicht per Plugin.
- Passe alle internen Links und Canonical Tags an.
- Aktualisiere Sitemap und robots.txt für die neue Domain.
Nach dem Umzug: dranbleiben
- Reiche die Adressänderung in der Search Console für alle Varianten ein und beobachte Fehler und Indexierungsfortschritt.
- Führe regelmäßige Crawling-Analysen durch und prüfe, ob alle Weiterleitungen noch funktionieren.
- Mach einen Lighthouse-Check und eine Analyse deiner KI-Sichtbarkeit auf der neuen Domain.
Das klingt nach viel. Aber genau dieser Prozess sorgt dafür, dass du nach der Migration nicht ins Leere schaust, sondern weißt, was auf deiner Website passiert. Was passiert, wenn man genau das vernachlässigt, beschreibt der Beitrag Migration Hangover: Traffic-Sturz nach Relaunch vermeiden.
Fazit: Eine Migration ist eine Chance, wenn du sie als eine behandelst
Eine Domain-Migration ist keine triviale Aufgabe, und Google macht es mit der Pflicht zur Adressänderung über alle Varianten nicht einfacher. Aber mit sauberer Planung und einem Blick auf Technik und Compliance wird der Umzug zum echten Neustart: schnellere Seite, weniger Rechtsunsicherheit, mehr Sichtbarkeit bei Google und in der KI-Suche.
Wenn du wissen willst, worauf ich bei meiner eigenen Website geachtet habe, schau dich gerne im Blog um. Da findest du die einzelnen Bausteine im Detail.
Häufige Fragen
Was hat Google an den Anforderungen für Domain-Migrationen geändert?
Du musst die Adressänderung in der Search Console jetzt für alle Varianten der alten Domain einreichen, also www, non-www und jede Subdomain, auch ungenutzte. Verlinkungen können dazu führen, dass Google übersehene Varianten crawlt, was Sichtbarkeit kostet.
Reichen 301-Weiterleitungen für eine saubere Migration aus?
Sie sind das Minimum, nicht das Ziel. Dazu zählen Performance und Core Web Vitals, korrekt eingebundene strukturierte Daten, Mobile-Tauglichkeit, HTTPS, Security Header und die vollständige Change-of-Address-Meldung.
Wann sollte ich das Change-of-Address-Tool NICHT nutzen?
Bei reinem Wechsel HTTP zu HTTPS, bei reinen Änderungen der Kategorie-URLs, beim alleinigen Wechsel zwischen www und non-www und bei Host- oder CDN-Wechseln mit gleichbleibenden URLs.
Warum ist die Migration ein guter Moment für DSGVO und BFSG?
Weil du die Technik ohnehin anfasst. Cookie-Einwilligung, Drittanbieter-Embeds, Hosting-Standort und Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 Level AA lassen sich beim Umzug günstig mitnehmen, statt teuer nachzurüsten.
Umzug ohne Sichtbarkeitsverlust?
Ich baue rechtssichere, schnelle Websites für kleine Unternehmen und denke Migration, Technik und Compliance von Anfang an zusammen.
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